Kniestock: Das müssen Sie wissen

Mindesthöhe, Messanleitung und Alternativen – damit Ihr Dachgeschossausbau in Dortmund genehmigungsfähig wird.

Was ist der Kniestock?

Der Kniestock ist die senkrechte Wand, die am Rand des Dachgeschosses vom Dachboden bis zur Dachfläche hochreicht. Er bestimmt, wie viel Stehhöhe im Inneren des Dachgeschosses vorhanden ist.

Gemessen wird der Kniestock von der Oberkante der Decke (bzw. des Fußbodens des Dachgeschosses) bis zum Punkt, an dem die Dachschräge beginnt. Dieser Punkt wird auch als „Knick" bezeichnet.

Mindesthöhe nach LBO NRW

Die Landesbauordnung NRW (LBO NRW) definiert, wann ein Dachgeschoss als Vollgeschoss gilt:

  • Mindestens 2/3 der Grundfläche müssen eine lichte Höhe von mindestens 2,30 Metern haben
  • Der Kniestock sollte mindestens 80 Zentimeter betragen, um diese Anforderung zu erfüllen

Ist der Kniestock niedriger, wird das Dachgeschoss nicht als Vollgeschoss anerkannt. Das kann Auswirkungen auf Genehmigung, Wohnflächenberechnung und Vermietbarkeit haben.

Kniestock messen – Schritt für Schritt

1. Vorbereitung

Messen Sie im unfertigen Zustand – also vor dem Trockenbau. So erhalten Sie die genauesten Werte, weil die spätere Beplankung die Maße verändert.

2. Messpunkt finden

Identifizieren Sie den höchsten Punkt der Kniestockwand. Das ist dort, wo die Wand senkrecht endet und die Dachschräge beginnt.

3. Höhe messen

Messen Sie mit einem Zollstock oder Maßband senkrecht von der Oberkante des Dachgeschossfußbodens bis zum Knick. Notieren Sie das Maß in Zentimetern.

4. Dachneigung prüfen

Messen Sie auch die Dachneigung (in Grad). Das ist wichtig für die Berechnung der nutzbaren Fläche. Je steiler das Dach, desto mehr nutzbare Fläche erhalten Sie bei gleichem Kniestock.

Kniestock erhöhen: Gaube als Lösung

Wenn der Kniestock zu niedrig ist, schafft eine Dachgaube Abhilfe. Die Gaube verlagert den Knick nach außen und schafft stehende Höhe im Inneren.

Für den Dachgeschossausbau in Dortmund empfehlen wir:

  • Trapezgaube: Klassische Lösung, gute Raumausbeute
  • Fledermausgaube: In Vierteln mit Erhaltungssatzung oft vorgeschrieben
  • Flachdachgaube: Moderner Charakter, maximaler Raumegewinn

Typische Kniestock-Höhen in Dortmund

Gebäudetyp typischer Kniestock Ausbaumöglichkeit
Gründerzeit (1900–1930) 80–120 cm Gut ausbaubar, oft Vollgeschoss
Nachkriegszeit (1950–1970) 50–80 cm Oft Gaube nötig
Siedlungshäuser 60–100 cm Abhängig von Dachneigung

Unser Service

  • Messung und Bewertung des Kniestocks vor Ort
  • Prüfung der Genehmigungsfähigkeit (LBO NRW)
  • Empfehlung: Ausbau ohne Gaube oder Gaube als Lösung
  • Planung und Genehmigung der Gaube (falls nötig)

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Messanleitung

  1. 1. Unfertigen Zustand wählen
  2. 2. Höchsten Punkt der Kniestockwand finden
  3. 3. Senkrecht von Fußboden bis Knick messen
  4. 4. Dachneigung in Grad notieren